Sonntagspost: Kieferoperationen -Meine Geschichte

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Song of the day

Das Gefühl anders zu sein hatte ich schon immer.Warum genau konnte ich allerdings nie so ganz zuordnen. Ich muss gestehen dass ich die Dinge habe schleifen lassen,sonst hätte ich diese ganze Sache bestimmt schon 10 Jahre früher erledigen können. Aber vielleicht kommt doch alles wie es kommen soll.

Angefangen hat alles Ende 2010 als ich nach langer Zeit (Shame on me) wieder zu meiner wirklich ganz großartigen Zahnärztin (die jetzt leider aufgehört hat zu arbeiten) gegangen bin. Sie hat mich als wirklich erste (!) Zahnärztin darauf hingewiesen dass mein Biss völlig im Eimer ist aufgrund einer schweren Kieferfehlstellung. Zuerst hat sie mich ins Krankenhaus geschickt zum Röntgen. Da kommt man in die Abteilung Mund-,Kiefer- und Gesichtschirurgie und wird erstmal ganz nervös.

Nach ausführlichen Röntgenaufnahmen und kurzer Beratung ging es dann ab zum Kieferorthopäden. Dort gab es dann das volle Programm für mich: Röntgen,Biss-Analyse und Abdrücke. Im Dezember 2010 war dann schon klar dass ich eine kombinierte Behandlung  brauche -also zuerst eine feste Zahnspange und dann eine Operation. Ich hatte aber noch 6-8 Wochen Zeit um es mir zu überlegen,weil es so lange gedauert hat bis die Behandlung von der Krankenkasse genehmigt wurde.Da hatte ich Glück und musste nur 20 % der kieferorthopädischen Behandlung draufzahlen die ich aber nach der Behandlung wiederbekommen würde. Alles andere wurde übernommen aber da kommt es wirklich auf die individuelle Behandlung an!

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Im April 2011 bekam ich dann meinen Termin für die feste Zahnspange. Die ganze Sache mit der Spange fand ich persönlich gar nicht so schlimm wie ich es mir vorher ausgemalt hatte.Man braucht einfach etwas länger für die Zahnpflege aber komische Blicke etc gab es bei mir gar nicht.

Anfangs wurde mit einem Jahr Spange gerechnet -am Ende wurde es dann Juni 2013 (also fast 2,5 Jahre) bis ich meinen OP Termin machen konnte.Aber auch das ist ein individuelles Ereignis! Der KFO hat ja die Aufgabe die Zähne in eine so gute und gerade Form zu bringen damit der Chirurg wirklich nur den Kiefer und den Biss „formen“ muss.

Meine erste Operation war dann am 25.6.2013:

Ich musste einen Tag vorher ins Krankenhaus-wegen der Blutabnahme,der Beratung beim Narkosearzt und dem letzten Gespräch mit dem Chirurgen. Zwei Wochen vorher waren noch letzte Röntgenaufnahmen und zwei verschieden Arten von Abdrücken genommen worden-sehr abenteuerlich wie einem da das Gesicht vermessen wird 😀

Am nächsten Morgen ging es dann um acht Uhr morgens in den OP.Aufgewacht bin ich abends um halb sechs (!) auf der Intensivstation.Das ist Vorschrift dort den Tag und die Nacht zu verbringen.Wenn ich die OP grob beschreiben sollte dann ist im Grunde mein Unterkiefer abgesägt,gekürzt und wieder angeschraubt worden. Auch der Oberkiefer wurde etwas verschoben.Auch hier gibt es verschiedene Varianten -bei manchen Leuten muss z.B. nur der Unterkiefer korrigiert werden.

Mein Mund war wie angekündigt mit dem Splint fixiert (sozusagen zugeklebt),ich hatte zwei Drainagen (also zwei kleine Plastikflaschen an einem Schlauch befestigt) im Mund und eine Magensonde in der Nase.Natürlich kommt es immer auf das Empfinden von jedem einzelnen an aber ich fand am schlimmsten die Magensonde. Dieses Gefühl im Hals ist wirklich nicht angenehm.

Einen Tag nach der OP kam ich dann auf die Station wo ich die nächsten 5 Tage wirklich nicht viel machen konnte ausser schlafen und ab und zu ein bisschen laufen um den Kreislauf in Schuss zu halten. Wieder individuell waren dann die kleineren Abläufe im Krankenhaus -alleine zur Toilette konnte ich am Tag nach der OP,die Drainagen kamen zwei Tage danach raus und die Magensonde drei Tage später.Insgesamt war ich 6 Tage stationär aufgenommen von Montag bis zum nächsten Montag Vormittag.

Während der ganzen Behandlungszeit hatte ich keine Schmerzen!

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Meine Schraubensammlung – diese Schrauben wurden bei der zweiten OP entfernt.

Nach meiner Entlassung habe ich wirklich gute acht Wochen bei meiner Mutter auf der Couch verbracht, bevor ich wieder alleine nach Hause bin.Zwei Wochen nach der OP wurde der Splint in meinem Mund entfernt (das ist so etwas wie eine Schiene auf der die Zähne aufliegen). Bis dahin war mein Mund wie zugeklebt und das bedeutete: Brühe,Brühe und noch mehr Brühe. Dazu Wasser und Cola damit der Zuckerspiegel nicht völlig abfällt.

Nach dem Entfernen des Splints waren dann die Zähne mit kleinen Gummis an den Haken der Zahnspange miteinander verbunden.Es dauert seine Zeit bis man den Mund ganz langsam immer weiter öffnen kann. Man braucht viel,viel Geduld -vor allem beim Essen. Am Anfang kann man nicht kauen und muss einfach nur ganz kleine Stücke oder Brei/Suppe essen. Mein erster halber (!) Cheeseburger war ein Festmahl –vier Wochen nach der OP.

Ich musste insgesamt knapp vier Monate jeden Tag Gummis tragen -wenn beim Zähne putzen oder beim essen eins kaputt geht muss man es eben wieder einhängen-dafür braucht man schon die Ruhe und die Stärke muss ich sagen. So an sich selbst herumfummeln kann vielleicht nicht jeder 😀

Danach musste ich die Gummis zwei Stunden am Tag und nachts tragen. Die Stärke wurde immer wieder mal gewechselt aber meistens habe ich die Bären getragen-die waren ganz angenehm.Etwas später musste ich dann noch zusätzlich nachts eine Kappe tragen die den Kiefer fixiert hat und bekam statt Gummies eine Zahnschiene.

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Gummis und leere Dosen Schutzwachs 😀

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Im April 2014 bekam ich dann meinen Termin für die Metallentfernung.Bei dieser zweiten OP musste dann mein Unterkiefer noch einmal korrigiert werden,weil sich eine Schraube gelöst hatte.Ausserdem gab es noch eine Kinnkorrektur-es wurde etwas verkürzt.

Alles in allem war die Zweite OP nicht so schlimm.Ich hatte „nur“ Gummis im Mund,durfte gleich auf die Station und konnte auch gleich wieder besser sprechen als nach der ersten-da funktionierte die Kommunikation nur mit Zetteln 😀

Nach dieser zweiten OP hieß  es wieder drei Monate Gummis und danach wurde endlich die Zahnspange entfernt. Leider war bei mir das Erhalten der Kieferstellung etwas schwierig deswegen musste ich dann doch noch mal vier Schrauben ins Zahnfleisch einsetzen lassen. Das wurde ambulant gemacht. Und weiter ging es mit Gummies einhängen. Ich glaube es waren am Ende dann um die sieben Monate nach der zweiten OP.Mitte 2015 wurden dann die Schrauben entfernt und die Testphase ging los. Würde alles halten ohne Hilfsmittel oder verschiebt sich mein Kiefer wieder? ich kann gar nicht beschreiben was es Anfang für ein Gefühl war nichts im Mund zu haben ausser meinen Zähnen und dem kleinen,dünnen Retainer an der unteren Zahnreihe.:)

Aber es hat alles geklappt! Im April 2016 hatte ich meinen allerletzten Kontrolltermin im Krankenhaus -der beim KFO war schon ein halbes Jahr vorher.

Ich habe jetzt ein völlig neues Gesicht und massenhaft Leute haben mich nicht wiedererkannt (was mir manchmal ganz Recht ist :D). Mein Biss ist nicht perfekt aber ich habe mich gegen eine dritte Operation entschieden. Es ist kein Vergleich zum „vorher“.

Falls ihr noch weitere Fragen habt -gerne her damit!

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4 Kommentare

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  1. Puuh, das klingt ja nach einer ganz schönen Tortur! Und vor allem über die lange Zeit! Freut mich für dich, dass es nun endlich vorbei ist und du mit dem Ergebnis zufrieden bist!

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  2. Das ist schon eine crude Geschichte. Schön, dass Du alle gut überstanden hast! Das war sicherlich nicht immer einfach! Was mich aber noch interessiert ist folgendes: Hast Du vorher in irgendeiner Art an Deiner Kieferfehlstellung gelitten oder sah es irgendwie komisch aus? Alles Liebe, Nessy von den happinessyygirls (happyhealthytrendy.com

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